Superheldin, Leben aus der Mitte

Bin ich wirklich eine Superheldin?

27. Dezember 2020 | 24 Kommentare

Ach was, ich mache doch nur das, was alle Andern an meiner Stelle auch tun, oder getan hätten!

Wirklich?

Schreib mal Deine Heldenstory, so der Aufruf von Anna Koschinski zu ihrer Blogparade am Ende des Jahres 2020.

Eine ganz besondere Blogparade in ganz besonderen Zeiten – Coronazeiten 2020 –  mit dem Fokus eine Superheldin gewesen zu sein.

In diesem so außergewöhnlichen Jahr , das für mich persönlich durch den plötzlichen Tod unseres Sohnes noch einmal zu einem ganz besonderen wurde.

Darf ich mich da überhaupt Superheldin nennen?

Ich lasse mir Zeit und frage mich das immer wieder, ganz besonders im zweiten Lockdown.

Warum nicht, spreche ich trotzig zu mir selbst  und so möchte ich dieses herausfordernde Jahr mit Blick auf die „Superheldin“ anhand von drei Fragen Revue passieren lassen.

Was habe ich geleistet?

Klarheit und Mut hatte ich mir für das Jahr 2020 auf meine Lebensfahne geschrieben.

Klarheit  wollte ich in Bezug auf mein Schreiben. Mit diesem Gedanken  ging ich schon länger schwanger und an meinem Geburtstag,  Anfang des Jahres, viel es mir wie Schuppen von den Augen und ich erkannte klar

JA ich wollte Bloggerin sein!

Mein Herz jubelte bei der Vorstellung mich intensiver mit dem Bloggen und seinen Möglichkeiten zu beschäftigen. Liebte ich doch die neuen Technologien  und eine Homepage hatte ich ja schon.

Ich freute mich so über meine Entscheidung, dass ich mir zeitnah  professionelle  Hilfe holte. In einer Gruppe mit Gleichgesinnten lerne ich viel Neues, habe Spaß und schon manche Herausforderung bestanden.

Mein Blog bekam endlich genügend  Aufmerksamkeit  und Wertschätzung. Seitdem sind wir unzertrennliche Freunde.

Wie mutig du bist, hörte ich immer öfter aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis und so hatte ich ohne Anstrengung auch meinem Mut auf die Sprünge geholfen.

Ich fühlte mich wie Popeye  und Pipi Langstrumpf zusammen und war mächtig stolz auf mich.

Eigenlob gibt ein gutes Gefühl!

Wie habe ich im Coronajahr bisher überlebt?

Den ersten Corona-Lockdown im Frühjahr empfand ich als angenehm und war sehr entspannt. Hatte ich in meinem Leben schon weit größeren persönlichen Einschränkungen die Stirne geboten.

Weniger Verkehr auf den Straßen und keine Kondensstreifen am Himmel, dazu das Erwachen der Natur mit frischem Grün und Vogelgezwitscher. Was gab es schöneres?

Mein Dachgarten war zu dieser Zeit mein Wohnzimmer, denn das Wetter meinte es ja gut mit uns.

Doch der plötzliche Tod unseres Sohnes im Sommer änderte mein Leben schlagartig. Meinem Mann ging es natürlich nicht anders.

Wenn Du, liebe Leserin, lieber Leser, neben dem Schock auch schon  einmal für all die administrativen und praktischen Aufgaben zuständig warst, die in einem Todesfall zu bewältigen sind, weißt Du, wovon ich spreche. Die Trauer musste erst einmal warten.

Gemeinsam entwickelten  wir „Super-HeldInnen-Kräfte“. Mit professioneller Unterstützung und liebevoller Begleitung  überlebten wir die ersten schlimmen Tage.  Auch die FreundInnen unseres Sohnes waren sehr hilfreich für uns. Seitdem lernen wir täglich neu was es bedeutet verwaiste Eltern zu sein.

Die Frage: Wie geht es Euch wurde zu unserem ständigen Begleiter und so manch gut gemeinter Anruf lies spontan meinen inneren Schmerz wieder aufleben. Doch auch in solchen Momenten erfuhren wir Hilfe aus einer nie versiegenden Quelle, dem LEBEN!

Auch unser christlicher Glaube stärkt und hält uns. In ihm finden wir Trost und die Kraft unser Leben neu zu gestalten.

Sind wir deshalb schon Helden? Diese Frage gebe ich gerne an Dich weiter.

Wen habe ich trotz allem gestärkt?

In erster Linie haben mein Mann und ich uns gegenseitig gestärkt. Mit viel  Empathie begegnen wir der Trauer, sind wir doch durch den Schmerz vereint. Gleichzeitig haben wir aber auch einen sehr persönlichen Weg mit ihr umzugehen.

Auf meinen letzten Artikel „Die Trauer ein ungebetener Gast“ habe ich sehr viel Resonanz bekommen und ich habe das Gefühl, dass ich damit auch Menschen in ihren Prozessen unterstützen und stärken konnte.

Und was gibt es für ein schöneres Kompliment, wenn ich gesagt bekomme „Hey you are great, Deine Stärke und Dein Mut beeindrucken mich!“

So bin ich eine Superheldin und stolz auf mich, ganz besonders in diesem für uns Alle so prägenden Jahr 2020.

Welche „Super-HeldInnen-Kräfte stecken in Dir? Bist Du noch auf der Suche, oder bist Du Dich derer bewusst? Schreib mir einen Kommentar, oder eine persönliche Nachricht. Ich bin neugierig auf Deine Kräfte.

24 Kommentare

  1. Gabriele

    Liebe Margaretha,
    an diesem bei uns stillen Sonntag, habe ich mir jetzt endlich(!!!!) die Zeit genommen, Deinen Artikel in Ruhe zu lesen ( geht öfter bei mir mal mit Verzögerung)…. und so sehr das Wort „Superheldin“ erstmal zusammenzucken lässt.. so sehr stimmt es in jedem Bereich.
    Was war das für ein Jahr… und wie hast Du es bestanden.. für Dich, für Euch.. mit vielen Anderen.
    Und ich bin ganz sicher, dass Dein Mut und Deine Klarheit, das hier so öffentlich zu beschreiben, auch wieder für viele Menschen ein Leuchtturm ist.
    Danke Dir dafür!!
    Bis bald mal auf dem Weg… mit ganz lieben Grüßen
    Gabriele

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Gabriele,
      vielen Dank für Deine Worte. Ja, die Überschrift ist etwas gewagt und wir sind alle Helden! Jeder auf seine Weise.
      Als Jahresrückblick konnte ich mich jedoch in der Superheldin wiederfinden.
      Die Klarheit ist einer meiner wichtigsten Werte. In meinen Beiträgen ist mir dieser sehr wichtig.
      Dass Du mich als Leuchtturm siehst, ehrt mich sehr.

  2. Cornelia Weninger-Wurm

    Liebe Margaretha, ich schließe mich von Herzen den bisherigen Beiträgen an. Wir haben uns ja erst vor nicht allzu langer Zeit per „ Zufall“ kennen gelernt. Ich möchte sagen, du bist ein besonderer Mensch mit besonderen Werten, die ich sehr schätze, du bist wunderbar so! 💖

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Vielen Dank für Deinen Kommentar liebe Cornelia. Ja, meine Werte zu leben ist mir sehr wichtig und freue mich, dass Du diese mit mir teilst.

  3. Lydia Bach

    Liebe Margaretha,
    zum Abschluss dieses außergewöhnlichen Jahres danke ich Dir für diesen besonderen Rückblick. Ich war heute noch am Grab und habe mich für sein Sein bedankt, auch eine Art des Abschlusses.
    Nun lese ich wenig später Deine Zeilen und fühle eine ganz besondere Abrundung dieses so schrecklich schmerzhaften Schicksals, das Euch dieses Jahr ereilt hat. Umso mehr freut es mich jetzt zu lesen, wie es Dir/Euch damit geht und ihr dies mit uns teilt.
    Bleib so wachsam und höre auf Dein Inneres, das Dir stets den Weg zeigt und Dich damit nicht alleine lässt!
    Herzliche Umarmung,
    Lydia

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Lydia,
      ganz herzlichen Dank für Deinen Kommentar, der mir sehr viel bedeutet. Dich in meinem Leben zu wissen ist ein großes Geschenk.

  4. Doreen Trittel

    Liebe Margaretha,
    oh ja, auch mir fehlen die Worte. Was für ein Jahr da hinter Dir liegt und mit welchen Herausforderungen und Schmerzen Du konfrontiert bist. Oh ja, Du bist eine Superheldin, jeden einzelnen Tag, jede Minute, auch wenn es vielleicht nicht immer präsent ist. Denn weiterzugehen und mit so viel Herzlichkeit und Offenheit, wie Du es tust, das ist heldinnenhaft (schreibt man das so? egal) und sehr mutig. Ich freue mich, Dir in den Weiten des Internets begegnet zu sein bzw. Du mir. Herzliche Grüße und einen guten Übergang ins Neue Jahr für Dich und Deinen Mann, Doreen

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Doreen,
      ganz herzlichen Dank für Deine liebevollen Worte. Das Schreiben ist für mich sehr wertvoll und heilsam.
      Dass sich dadurch so wundervolle Verbindungen, wie zu Dir und vielen anderen Menschen ergeben, ist ein großes Geschenk für mich.

  5. Anna Koschinski

    Liebe Margaretha,

    ich bin so stolz auf dich – schon wieder – dass du diesen Artikel auch noch geschrieben hast. Ich finde es erstaunlich, wie du immer wieder in deine Kraft kommst, auch wenn du manchmal vorher erst einmal abtauchen musst.

    Und ja, ich meine das ganz ehrlich: „Hey you are great, Deine Stärke und Dein Mut beeindrucken mich!“

    Eine dicke Umarmung
    Anna

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Anna, vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Das bedeutet mir sehr viel.
      „In der Ruhe liegt die Kraft!“ Diese Worte sagte mir mein Sohn schon mit ca. 4 Jahren. Danach lebe und handle ich jetzt noch bewusster.

  6. Karin

    Liebe Margaretha, Du bist auf jeden Fall eine meiner Superheldinnen in diesem Jahr. Unfassbar schwer und unvorstellbar, dieser Verlust, den Du und Dein Mann (er)tragen müsst. Es beeindruckt mich zu tief, wie Du es schaffst, das Unfassbare so klar in Worte zu fassen. Ich ziehe alle meine Hüte vor Dir, liebe Margaretha.
    Karin

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Karin, vielen herzlichen Dank für Deine Anerkennung. Dein Mitgehen in den letzten Monaten bedeutet mir sehr viel und auch wenn wir uns persönlich (noch) nicht kennen, spüre ich eine große Verbundenheit zu Dir in die Schweiz.

  7. Christine Lindner

    Liebe Margaretha
    Wenn ich lese, was das Leben dir dieses Jahr an Felsbrocken vor die Füsse beschert hat, dann ist es für mich keine Frage, dass du eine Superheldin bist.
    Du bist über dich selbst hinausgewachsen, hast dir dein liebevolles Wesen bewahrt, hast deine Kraft für dich und deinen Mann zum weiterleben eingesetzt. Nach vorne schauen, ohne das Geschehene zu verdrängen oder zu überspielen ist die grösste Kraft und Herzensgabe überhaupt.
    Was fällt mir ein,, wenn ich an Helden denke?
    Superkräfte, Schutz für andere, Gerechtigkeitssinn, Grossherzigkeit, Berge versetzen wo nötig. Ich denke an einen Hellen Stern am Himmel, an eine zentrale Figur im eigenen Leben und in dem anderer.
    Lies das, liebste Margaretha. Und dann sag mir, wer eine Heldin ist, wenn nicht du.
    Herzlichst, Christine

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Christine, ich bin überwältigt von Deinen Worten und kann mich nur aus ganzem Herzen dafür bedanken. So viel Wertschätzung für mich, ich bin gerührt und sie stärken mich meinen Weg weiterzugehen.

  8. Anne Baumgart

    Liebe Margaretha, für mich bist du auf jeden Fall eine Superheldin! Mal ganz abgesehen davon, wen und was du in diesem Jahr erreicht und verloren hast, was du gewagt hast und tatkräftig umgesetzt hast, so bewundere ich dich doch am allermeisten dafür, dass du so schonungslos ehrlich und aufrichtig mit dir bist und ich gleichzeitig spüre, dass du in diesem besonders herausfordernden Jahr die Liebe zu dir selbst und zum Leben aufrecht erhalten hast. Das verdient für mich absoluten Superheldinnen-Status! Danke, dass es dich gibt und wir uns (bislang zumindest online) begegnet sind.

    Von Herz zu Herz!
    Anne

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Anne, Dich online an meiner Seite zu wissen ist auch für mich ein großes Geschenk. Vergelt´s Gott für Deine Wertschätzung. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind meine höchsten Werte. Diese in Liebe zu leben ist Gabe und Aufgabe zugleich.

  9. Inge Schumacher

    Liebe Margaretha,
    was für ein schöner Artikel! Vielen Dank für den Ausflug in Dein Heldenjahr.
    Ganz liebe Grüße in den Süden!

    Deine Inge

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Wie schön, dass Dir mein Artikel gefallen hat, liebe Inge. Danke für Deinen Kommentar.

  10. Alexandra

    Liebe Margaretha, beim Lesen deines Beitrags bin ich an deinem Bild hängengeblieben. Es ist so kraftvoll, hat einen leuchtenden Kern und strahlt so viel Wärme aus. Wahnsinn, was du in diesem Jahr durchlebt hast, was für Höhen und Tiefen. Das ist mit einem Mal lesen gar nicht so leicht zu erfassen. Da steht viel zwischen den Zeilen. Aber ich finde es schön und richtig, dass du dich auf deine Kraft besinnst und sie würdigst. Danke, dass du dein Super-Heldinnen-Jahr mit uns so offen teilst. Das zeugt von wahren Superkräften. Die bestimmt noch vielen Menschen Mut machen und Trost schenken. Über meine Superhelden-Kräfte denke ich noch nach. Und bin gespannt, was für mich dabei auftaucht. Herzliche Grüße – Alexandra

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Alexandra, danke Dir für Deine so wohltutenden Worte. Eine Deiner Superkräfte für mich ist es, dass Du zwischen den Zeilen lesen kannst.
      Das Bild entstand in einem ganz wunderbaren Seminar mit dem Titel „Lebensträume malen“. Es hängt in unserem Wohnzimmer und erinnert mich täglich an die Kraft, die aus unserer Mitte kommt.

  11. Sandra Liane Braun

    Liebe Margaretha,
    nun fehlen mir die Worte und ich bin zutiefst berührt. Bei dem, was Du in diesem Jahr erlebt hast, darfst Du ganz Deine eigene Heldin sein. Die Heldin des Alltags, des Lebens, die Heldin im Annehmen und Loslassen. Die Heldin, die das Vertrauen ins Leben behält…. Ach und so Vieles mehr.

    Ich werde diesen Artikel an meine Freundin weiterleiten, die im August ganz plötzlich ihren Bruder verloren hat. Auch die Beiden haben eine Mutter und einen Vater, die irgendwie wider zurecht kommen wollen.

    Fühl dich umarmt.
    Alles Liebe,
    Sandra

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Sandra, vielen lieben Dank für Deine Wertschätzung. Unser Sohn ist auch im August gestorben. Richte doch Deiner Freundin ganz liebe Grüße aus und danke, dass Du meinen Text weiterleitest. Gerne kann sie oder ihre Eltern mit mir Kontakt aufnehmen.

  12. Tonia

    Ein sehr schöner Artikel, liebe Margaretha, für mich bist du auf jeden Fall eine Superheldin.
    Liebe Grüße aus Berlin… Tonia

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Tonia, vielen Dank für Dein Kompliment. Es freut mich sehr, dass Du mich so siehst.

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