Margaretha macht sich Notizen in ihr Schreibbuch

Mein Leben – Meine Liebe

3. Februar 2026 | 8 Kommentare

Dieser Artikel ist die dritte Station meiner Schreibreise „Die Magie meiner Herzkraft“

Solltest Du die Anfänge verpasst haben, lese gerne zuerst: Die Magie der Herzkraft, Ausgangspunt der Reise.
Ohne Atem kein Leben
 und Im Paradies.

Woher nimmst du deine Stärke? Diese Frage wird mir öfter gestellt. 
Meine Antwort ist immer dieselbe: „Ich weiß es nicht!“
Gewusst hätte ich es natürlich schon gerne und habe mich wohl mehr oder weniger unbewusst auf die Suche danach gemacht; denn völlig unverhofft fällt mir das Seminar:
„Finde Deine Lebensspur“ vor die Füße.
Ich fühle mich davon angesprochen und buche spontan. Ob ich auf meiner Lebensspur vielleicht meine Stärke finde?

Aufbruch

Das weiße DIA A3 Blatt mit einem handgemalten verschlungenen Weg liegt vor mir.
Die Aufgabe lautet: Welche Spuren hast du bisher in der Welt hinterlassen?
Teile den Weg in grobe Lebensabschnitte ein und zeichne oder notiere deine Erinnerungen an der für dich passenden Stelle, wenn möglich mit Jahreszahl.

Was für eine Herausforderung

Die große rote brennende Kerze in der Mitte des Raumes hilft mir als Konzentrationspunkt. Die leise Meditationsmusik im Hintergrund beruhigt mein Nervensystem. Ich schließe die Augen und lasse mein Leben, wie einen Film rückwärtslaufen.

Es wird hell und wie aus dem Nichts tauchen Bilder unserer Hochzeit auf. Der moderne gläserne, kalt wirkende Kirchenbau, der eher einem Schwimmbad als einer Kirche gleicht drängt sich in den Vordergrund. Dieses Gebäude entsprach weder meinem, noch dem Wunsch meines künftigen Mannes als Trauungsort.
Wir hatten uns für eine kleine Kapelle entschieden und brauchten dafür von unserem Pfarrer die Dispensation (einen sog. Überweisungsschein in die Nachbarpfarrei). Doch er war nicht bereit dazu.
Ich spüre meiner aufsteigenden Wut kurz nach und erinnere mich dann ganz bewusst an unsere Trauzeremonie. Mein Lieblingsonkel, katholischer Priester im Ruhestand, steht vor uns und alles andere verliert seine Präsenz. 
Andeutungsweise male ich diesen Kirchenbau auf das Blatt, drücke meine negativen Emotionen als rote Feuerflammen und unsere Liebe als zwei verschlungene goldene Herzen aus.
Was für ein Spagat, was für eine Spur!
Ich lasse die Gedanken bewusst los und erlaube meinem Unterbewusstsein seine Rückwärtsreise fortzusetzen.

Weitere Stationen

Es riecht nach frischen Zitronen, Äpfel, Bananen, Erdbeeren und erdigem Gemüse.
Meine Erinnerung führt mich in das Obst- und Gemüsegeschäft meiner Eltern, in dem ich viele Jahre gearbeitet habe.
Ich schreibe den Firmennamen und die Zeit der Mitarbeit auf meinen Weg. Die Zusammenarbeit mit den Eltern war nicht immer leicht.

Als nächstes Bild formt sich ein langer heller Gang und ich erkenne meine geliebte Frühgeburtenstation der Universitätskinderklinik Würzburg. Im Inkubatorzimmer sind alle Inkubatoren belegt und ich sehe mich als junge Frau, wie ich eines der Kleinen vorsichtig sondiere.
Tränen laufen mir über das Gesicht. Meine Hände beginnen zu zittern und ich halte inne. Ich lasse die Gefühle zu. Sie sind Ausdruck meiner tiefen Trauer, dass ich meinen über alles geliebten Beruf der Kinderkrankenschwester auf Dauer nicht ausüben kann.
Ich schaue ganz bewusst in die Flamme der roten Kerze, nehme die Melodie der CD wahr, wähle einen lila Farbstift und schreibe die Jahreszahlen meiner Kliniktätigkeit auf die Zeitspur des Blattes. Die relativ kurze Zeit hat tiefe Narben in meinem Leben hinterlassen.

Wieder gefasst führt mich das Unterbewusstsein in meine Realschulzeit.

Nach mehreren tiefen Atemzügen formt sich ein Raum vor meinem inneren Auge und ich erkenne die schlichte Kapelle des Exerzitienhauses, in dem wir als Abschlussklasse Einkehrtage erleben.
Ich bin alleine und genieße die Ruhe. Auf dem kleinen Altar brennen noch die Kerzen der Abendandacht und plötzlich versinke ich in einen mir unbekannten, gedankenlosen Zustand. Die Zeit bleibt stehen, doch ich spüre wie nie zuvor eine Kraft in meiner Brust. Es ist meine Herzenergie, die mir sagt, ich bin immer für dich da.
Träum ich, oder bin ich wach?
Ich öffne die Augen, orientiere mich in der Gegenwart, male ein großes rotes brennendes Herz auf meinen Weg und erkenne:

Ich habe meine Stärke, die LIEBE, Ursprung allen LEBENS gefunden.

Die LIEBE, die uns alle einzigartig, unverwechselbar und liebenswert macht.
Die Seminartage wurden zu einem Wendepunkt in meinem Leben, an die ich mich immer wieder gerne und dankbar erinnere.

Mit diesem Artikel endet meine Schreibreise „Die Magie meiner Herzkraft“, doch du darfst dich auf ein neues Leseabenteuer freuen, es steht schon in den Startlöchern.

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Margaretha Schedler mit Buch

Ich bin Margaretha Schedler und schreibe seit 2019 hier im

Lebensschatzkisten-Blog.

über mein gelebtes Leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Seit dem Tod unseres Sohnes im Jahr 2020 widme ich mich verstärkt dem Thema Tod und Trauer. Mein Maskottchen »„Guckamol“ ist dabei immer an meiner Seite.

Ich möchte Dich inspirieren damit du die Schätze deines Lebens erkennen und ein zufriedenes und glückliches Leben führen kannst. Auf meiner »Startseite und »„Über Mich“– Seite kannst Du mich näher kennenlernen.

8 Kommentare

  1. Liebe Margareta,
    du beschreibst die Stationen deines Lebens sehr schön und ich fühle mich mitgenommen. Ein Lächeln macht sich bei mir breit, beim Pfarrer, der euch nicht diesen Schein geben wollte, im Gemüsegeschäft und der Geburtenstation und schließlich in der Schule.
    Wir alle hinterlassen Spuren in unserem Leben, meist ohne, dass uns das überhaupt bewusst ist.
    Ich merke, dass ich ähnliche Geschichten habe wie du, das Geschäft meiner Eltern, das Gymnasium der Englischen Fräulein und die tägliche Fahrt hin und her, der Großvater, der mir so wichtig war und dessen Tod ich (ich war 13 Jahre alt) nur schwer verkraftete und so weiter.
    Für dieses Leben brauchen wir Stärken und auch da haben wir viele, denke ich. Viele, die wir unterschiedlich einsetzen und solche wiederum, von denen wir gar nichts wissen.
    Aber die Liebe, ja, da bin ich ganz bei dir, ist die Stärke, die uns trägt.
    Ich danke dir für deine Gedanken und ich freue mich, auf das, was von dir kommt. Es wird sicher sehr sehr gut sein.
    Alles Liebe für dich, Petra

    Antworten
    • Liebe Petra, es ist immer wieder frappierend, welche Gemeinsamkeiten wir haben. Beide schreiben wir, jede auf ihre Art und Weise, mit ihrer individuellen Stärke. Es ist so schön, Dich an meiner Seite zu wissen und wie Annette in ihrem Kommentar schreibt. Wir alle sind durch das Band der Liebe miteinander verbunden. Freue mich auf Deinen neuen Roman.

  2. „Das Einzige, das niemals vergeht, ist die Liebe“ und mit jedem Menschen, mit dem Du zu tun hast, bist Du durch ein Band der Liebe verbunden. Manche sind blass und dünn, andere leuchtend farbig, breit und stark. Zusammen weben sie Dein persönliches Muster.
    Danke, dass Du mit meinem und den von vielen anderen so strahlend verbunden bist! Du machst das Leben von vielen Menschen bunter.

    Antworten
    • Liebe Annette, ich danke Dir von Herzen für Deinen wunderschönen Kommentar. Ja, es ist die Liebe, die niemals vergeht und, so meine Erfahrung, uns untereinander und über den Tod hinaus verbindet. Was für ein schönes Bild Du mit Deinen Worten gemalt hast. Vergelt´s Gott dafür und für unsere einzigartige Verbindung.

  3. Liebe Margaretha,

    dein Artikel hat mich tief berührt und ein warmes Lächeln in mein Herz gezaubert.
    Nach mehr als sechs Jahren, in denen ich dich und deine inspirierende Art kennen und schätzen lernen durfte, lese ich solche Worte von dir immer mit einem Gefühl tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit. Du schaffst es meisterhaft, die Essenz des Lebens und der Liebe so einfühlsam einzufangen – das ist ein Geschenk, das du mit so vielen teilst.

    Vielen herzlichen Dank für deine Offenheit und die Schönheit, die du in Worte fasst.
    Du bist und bleibst eine ganz Besondere für mich!

    In inniger Umarmung
    Kathy von Ideengeysir

    Antworten
    • Liebe Kathy,
      ich danke Dir für Deine Treue und den so wertschätzenden Kommentar. Er ist ein ganz besonderer Diamant hier auf meinem Blog.

  4. Liebe Margaretha,
    mit großem Interesse habe ich über die Stationen deines Lebens gelesen und war sehr beeindruckt.
    Vielen Dank dafür ❣

    Antworten
    • Das freut mich sehr, liebe Angelika. Wir kennen uns ja schon eine Weile, wenn auch mit längeren Pausen dazwischen, doch ich schätze Dich und Deine Arbeit sehr.
      Danke für Deinen wertschätzenden Kommentar, ein ganz besonderer Diamant.

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