Was haben der Sauerteig und das Netzwerken gemeinsam?

 

Wie kommst Du nur immer wieder auf so ungewöhnliche Gedanken, fragte mich meine Freundin Laura, als ich ihr von meinem Impuls „Sauerteig/Netzwerken“ erzählte.

Du weißt doch, ich darf seit einigen Jahren ohne Wecker langsam und gemütlich aufwachen und ich genieße diese Minuten ganz besonders.

In dieser Zeit wollen oft außergewöhnliche Geistesblitze aus meinem Unterbewusstsein ins Tagesbewusstsein.

So auch neulich, nachdem ich als ersten Aufwachimpuls das Wort „Sauerteig“ wahrnahm.

Was soll das denn, schoss es mir durch den Kopf; ich ließ mich jedoch auf eine Gedankenreise ein.

Sie führte mich in die Anfangsjahre der Ehe mit meinem Bäckermeister.

Der Sauerteig bestimmte als ständiger Begleiter unser Leben.

Unsichtbar meldete er sich gedanklich, vergesst mich bitte nicht, sonst gibt es kein gutes Brot.

Sichtbar wurde er in seinen unterschiedlichen Aggregatszuständen als Reinzuchtsauer, Anfrischsauer, Grundsauer, Vollsauer und letztendlich als Brotteig.

Mir war zwar von vornherein klar, dass mein Leben mit einem Bäckermeister und eigenem Betrieb anders verlaufen würde, dass mich der Sauerteig jedoch ständig begleiten sollte, empfand ich dann doch, zumindest anfangs, etwas überfordernd.

Ich erkannte schnell, dass ich selbst nach Feierabend am Samstag im weitesten Sinne auch mit dem Sauerteig verheiratet war. Denn ein neuer Sauerteig als Grundlage für das Brot am Montag musste mit dem sog. Reinzuchtsauer angesetzt werden. Neugierig und wissbegierig wie ich war lies ich mir von „meinem Bäckermeister“ die Sauerteigführung erklären.

So entstand ein ambivalentes Verhältnis zwischen ihm und mir.

Er stresste mich, vor allem am Sonntag. Als warmer und weicher Anfrischsauer hatte er sehr viel Temperament und wollte seinen Meister unbedingt um ca. 17:00 Uhr sehen, um sich zum Grundsauer weiterentwickeln zu können.

Egal ob die Familienfeier zu Ende war oder nicht. Auch andere Freizeitaktivitäten mussten sich hinten anstellen.

Ich liebte ihn, da mein Mann mit ihm ein unverwechselbares Spezialbrot herstellen konnte, mit dem unsere Bäckerei bekannt war und wir gutes Geld verdienten.

Doch warum kam mir der Sauerteig jetzt in den Sinn, wir hatten unseren Betrieb doch schon 30 Jahre geschlossen?

Ich horchte weiter in mich hinein und der Begriff „Netzwerken“ manifestierte sich. So setzte sich meine Aufwachreise mit diesem neuen Mitreisenden fort.

Was hat denn der Sauerteig mit Netzwerken zu tun?

Mein Gehirn schlug Purzelbäume vorwärts und rückwärts bis ich verstand:

Der Sauerteig entwickelt sich langsam über fünf Stufen.

Auch beim Aufbau eines Netzwerkes braucht man Geduld. Es entsteht nicht von heute auf morgen.

Nur im effektiven Zusammenspiel der einzelnen Aufbau-, Ruhe- und Expansionsphasen entsteht etwas Einmaliges. Auf der einen Seite ein hervorragendes Brot, auf der anderen Seite eine Gemeinschaft von gleichgesinnten, sich unterstützenden und wertschätzenden Menschen.

Vergleiche ich Sauerteig und Netzwerken, so erkenne ich das Leben.

Aus der Keimzelle des Sauerteiges (Reinzuchtsauer), der anschließenden Pflege, Fürsorge, Erfahrung und Liebe des Meisters oder der Meisterin entsteht formvollendet eines unserer wichtigsten Grundnahrungsmittel, das Brot.

Ein Netzwerk entsteht aus dem Gedanken eines (oder mehrerer) Menschen, gemeinsam Gutes zu tun, neue Ideen und Projekte zu generieren und zu pflegen, zum Wohle aller Beteiligten.

Stellvertretend für viele Netzwerke möchte ich das „Café der City Seelsorge“ der Pfarrei St. Lorenz in Kempten nennen, in dem ich selber einige Jahre ehrenamtlich mitgearbeitet habe.

So verstand ich die imaginäre Reise mit dem Sauerteig und dem Netzwerken als ein weiteres Synonym meines Lebens.

Ich erkannte, was meine Vergangenheit (hier der Sauerteig) mit meinem heutigen Leben, meinem Blog und den Kontakten in den sozialen Medien, gemeinsam hat.

Die Pflege und Wertschöpfung in Gemeinschaft.

Für mich sind z.B. in der Facebook-Schreibgruppe von Anna Koschinski oder durch Online-Workshops bei Dagmar Recklies und Monika Bodenstein neue bereichernde Kontakte und Netzwerke entstanden, die ich schätzen gelernt habe.

Meine morgendlichen Geistesblitze zeigten mir, wie sich meine Vergangenheit und Gegenwart ergänzen und die zwei Seiten meiner Lebensmedaille sind.

Verrate mir gerne Deine Geistesblitze in den Kommentaren und wenn ich Dir mit meinem Artikel eine Freude machen und Dich zum Nachdenken anregen konnte, abonniere meinen Blog. Ich bin immer für eine Überraschung gut!

 

 

6 Kommentare

  1. Monika Bodenstein

    Liebe Margaretha, ganz herzlichen Dank für deinen wunderbaren neuen Blogartikel. Welch schönen Vergleich du ziehst. Darauf kannst ja nur du kommen! So amüsant und tiefsinnig zugleich. Für mich ist es großes Glück, dass sich unsere Wege durch die sozialen Medien gekreuzt haben und wir schon einige Erfahrungen teilen durften. Ich wünsche dir und uns noch ganz viele morgendliche Gedankenblitze, die du dann kunstvoll in die Form eines Blogs bringst. Alles Liebe von Monika

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Monika,
      es freut mich sehr, dass ich Dich inspirieren konnte. Ja, die sozialen Medien machen so vieles möglich und ich freue mich sehr, dass wir so gut vernetzt sind.

  2. Sabine Schrägle

    Liebe Margaretha, Deine Gedankenblitze sind einfach klasse – die Zusammenhänge und Verbindungen wie Netzwerken auch funktionieren kann finde ich sehr spannend. Vielen Dank für Deinen Artikel.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Sabine,
      danke Dir für Deinen Kommentar. Ich liebe lebensnahe Vergleiche und so entstand dieser Artikel. Es freut mich, dass ich Dich inspirieren konnte.

  3. Dagmar Recklies

    Jetzt habe ich Appetit auf ein richtig gutes Brot!
    Aber Du hast vollkommen recht. Beides braucht Zeit, wenn das Ergebnis gut werden soll. Ich musste gerade an die vielen Turbo-Netzwerk-Aufbauer denken, die sich gerade auf Social Media tummeln. In diese „Netzwerke“ möchte ich gar nicht hinen.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Danke Dir, liebe Dagmar für Dein Feedback. Genau das wollte ich mit diesem Beitrag ausdrücken. Gut Ding will Weile haben, damit es sich entwickeln und gedeihen kann.

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