Wer ist Herr WENN und Frau HÄTT?

Hand aufs Herz: Wie lange brauchst Du, um eine Entscheidung zu treffen?

Meine Gedanken spielen dabei meist einige Tage Ping, Pong.

Frage ich meine Liebsten, was sie zu dem einen oder anderen Vorschlag meinen, konfrontieren sie mich mit dem mir wohl bekannten Allgäuer Ausspruch:

Der WENN und der HÄTT hond no niea ebbas ghett!

und mir wird bewusst, dass es sich Herr WENN und Frau HÄTT wieder einmal bei mir gemütlich gemacht haben und Regie führen.

Der WENN und der HÄTT hond no niea ebbas ghett!

Seit Kindertagen kenne ich diese Worte die ausdrücken, wenn Herr WENN und Frau HÄTT …. …. sich zu lange bei Dir einnisten, wirst Du zu keinem guten Ergebnis kommen.

Im Gegenteil: es kann sogar dazu führen, dass Du später bereust, Dich „damals“ viel zu zögerlich bei einer anstehenden Entscheidung verhalten zu haben. Dann musst Du mit dem Gefühl leben, eine echte Chance in Deinem Leben vertan zu haben.

Doch ehrlich, es ist gar nicht so leicht, den Beiden aus dem Weg zu gehen.

So traf ich sie bei dieser Gelegenheit:

„Lebensträume malen“ hieß vor einigen Jahren ein Workshop, der in unserer Pfarrei angeboten wurde.

Das Thema sprach mich nicht an. Für Lebensträume fühlte ich mich schon zu alt und malen konnte ich schon in der Schule nicht wirklich gut.

Die Frage der Kursleiterin, ob dieser Workshop nicht etwas für mich wäre, beantwortete ich deshalb mit einem entschiedenen Nein!

Lebensträume malen?

Doch was wäre, WENN ich mich darauf einlassen würde?

Was HÄTTE ich dann davon?

Die beiden Herrschaften gaben keine Ruhe, sogar richtig aufdringlich wurden sie!

Und WENN ich doch noch einen Lebenstraum HÄTTE und dieser sich beim Malen zeigen würde?

Die Frage ließ mich nicht mehr los und schließlich folgte ich meiner Intuition und meldete mich an.

Zwei Kunstlehrerinnen stellten uns einfach und verständlich verschiedene Techniken vor und mit Hintergrundmusik kamen wir in eine leichte und beschwingte Malstimmung.

Da in meinem Wohnzimmer schon lange eine hellgelbe Wand auf ihre Dekoration wartete, beschloss ich kurzerhand dafür ein Bild zu malen.

Lebenstraum hin oder her!

Ich vergegenwärtigte mir den Raum und siehe da, es war ganz einfach. Wie von selbst malte es aus meinem Herzen durch meine Hand und es entstand dieses Bild:

Margaretha Schedler Favicon

Ehrlich, ich war und bin stolz auf mich. Warum habe ich mich nie malen getraut?

Ich denke, dass Ereignisse im Schulalter ob positiver oder negativer Art so prägend sind, dass wir diese ohne Grund nicht hinterfragen.

Was hat jetzt dieses Bild mit meinem Lebenstraum zu tun?

Wieder war es meine beste Freundin, die mir das bewusst machte:

Du wolltest doch immer schon eine Homepage und einen Blog schreiben. Da hast Du Deinen Lebenstraum und Dein Logo gleich dazu!

Stimmt!

Das war lange mein Traum. Im Laufe der Zeit hatte ich diesen völlig vergessen, war er doch zu utopisch. Meiner Freundin war er jedoch im Gedächtnis geblieben.

Das Schreiben machte mir immer schon Spaß und mit Geschichten in meinem Blog wollte ich inspirieren, zum Nachdenken anregen und Freude bereiten, so mein Traum.

Um dies zu erkennen, musste zuerst Herr WENN seinen Hut nehmen und Frau HÄTT ihren Mantel anziehen.

Ganz aus meinem Leben sind die beiden Herrschaften jedoch nicht verschwunden. Sie wechseln beharrlich ihr Aussehen und manchmal haben sie sogar eine Tarnkappe auf.

Sie zu entlarven macht mir jedoch großen Spaß und oft sage ich in Gesprächen die Entscheidungen fordern:

Der WENN und der HÄTT hond no niea ebbas ghett!

Dann lachen wir erst einmal, werfen sie zum Fenster hinaus und kommen so zügig zu einem Ergebnis.

Kennst Du die Beiden auch und wie gehst Du mit ihnen um?

Schreib mir gerne!

 

 

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6 Kommentare

  1. Laura Deng

    Liebe Margret,

    als Allgäuerin bin ich mit dieser Redewendung „groß geworden“ – danke, dass Du sie heute etwas genauer angeschaut hast. Wenn der „Herr Wenn und Frau Hätt“ Regie führen, dann gibt es immer wieder mal verpasste Gelegenheiten im Alltag, das ist tatsächlich so!

    Ich meine jetzt nicht solche Entscheidungen mit einer großen Tragweite im Leben, die wirklich gut durchdacht werden wollen und schließlich das Ergebnis eines Entscheidungsprozesses sind.

    Noch heute erinnere ich mich daran, dass ich vor 40 (!) Jahren mein Weihnachtsgeld in ein elegantes Kostüm investieren wollte. Gleich im ersten Geschäft fand ich eines, das meinen Erwartungen entsprach. „Wenn ich wo anders noch ein schöneres finde, dann hätte ich hier nur eine zweitbeste Wahl getroffen“ ging es mir durch den Kopf. Und so steuerte ich noch einige Boutiquen an, nur um herauszufinden, dass das Kostüm im ersten Laden tatsächlich die erste Wahl gewesen war.

    Du errätst bestimmt, wie die Sache endete: „Mein“ Kostüm war natürlich nicht mehr da!

    Entscheidungen dieser Art treffe ich seither viel spontaner, sozusagen „aus dem Bauch heraus“, und manchmal eröffnen sich mir dadurch sogar spannende weitere Perspektiven. Herr Wenn und Frau Hätt haben auf jeden Fall nur noch wenig Mitspracherecht …

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Laura,
      vielen Dank für Deine persönliche Geschichte. Spontane Entscheidungen mit Hilfe der Intuition sind auch für mich immer wieder wichtige Mutproben. Gott sei Dank, dass wir die Sprechzeiten von Herrn WENN und Frau HÄTT selbst einrichten können.

  2. Christine Lindner

    Liebe Margaretha
    Wenn und Hätt sind auch Bekannte von mir. Wie treffend du die beiden beschreibst! Und etwas nicht zu tun, weil es negativ besetzt ist, ist auch für mich immer wieder Thema. Ich brauche oft lange, bis ich mich wirklich tief in der Seele auseinandergesetzt habe und mir die Erlaubnis erteile, etwas zu tun. Etwas, wovon mich jemand von Aussen versucht hat zu überzeugen, dass das gar nichts für mich ist. Wie du, bleibe ich am Ball, und was wirklich raus will, kommt auch. Geduld ist für mich dabei eine wichtige Übung.
    Danke für diesen schönen Artikel. Und herzliche Gratulation zu deinem Titelbild. Wenn ich es anschaue denke ich: Es dreht sich alles um den inneren Kern. Ich empfinde es als sehr hell und heiter.
    Liebe Grüsse, Christine

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Vielen liebe Dank liebe Christine für Deinen wertschätzenden Kommentar. Mit sich selbst und der gebotenen Geduld in Kontakt zu bleiben ist eine Herausforderung, doch es lohnt sich.

  3. Maria Neff

    Liebe Margret,
    da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Sehr schön hast du geschrieben und wirklich: das Schreiben ist dein großes Talent, das sich mir da zeigt. Du formulierst super und der Inhalt hat Inhalt. Und die Wenns und Hätts hab ich auch schon soooooo oft im Leben getroffen und sie ärgern mit auch immer. Meist ists dann doch so, dass ich aus dem Bauch heraus entscheide und die Wenns und Hätts auslache, denn die Bauchentscheidungen waren meist besser, als die kopfgesteuerten. Auch wenn sie oft ein Hin und Her erzeugen, denn die Wenns und Hätts haben schon ne große Kraft. Oft löst sich auch einiges, wenn man nur ein paar Tage wartet, von selbst und das ist dann das allerbeste. Und dann kommt doch die Frage: Was wäre WENN ich mich jetzt so oder so entschieden HÄTTE, wo es doch eine ganz andere Lösung gab. Aber das ist eben das Leben, es kommt meist anders, als man denkt. Das Wenn und Hätt ist aber das Produkt der Zwiespälte zwischen Kopf und Bauch, deshalb haben sie so viel Kraft. Und meist ist die Vernunft auch da, um den Kopf nicht auszuschalten. So halten sie sich doch meist die Waage und geben der Spekulation viel Raum. So muss jede Situation neu bewertet werden. Aber letztendlich haben meine persönlichen Bauchentscheidungen Vorrang und meist lag ich gut damit.
    Lieben Gruß Marianne

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Vielen Dank für Deine persönlichen Worte, liebe Marianne. Ja, es ist nicht immer einfach mit den WENNs und HÄTTs und wie schön ist es, dass Du Deiner Intuition folgst und bisher gute Erfolge damit hattest. Weiter so!

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