Am Rottachsee im Oberallgäu kommt die Seele zur Ruhe und findet ihren Weg

Jede Seele kennt ihren Weg

1. Juni 2021 | 10 Kommentare

Es ist ein lauer Frühsommerabend. Meine Freundin Vera hat mich zu einer schamanischen Trommelsession an den Rottachsee im Oberallgäu eingeladen.

Entspannt und gleichzeitig erwartungsvoll sitze ich mit ihr und fünf Frauen am Ufer und schaue auf das Wasser. Die letzten Sonnenstrahlen zaubern Triaden von Diamanten auf die Kronen der kleinen Wellen. Ein Schwanenpaar schwimmt majestätisch am Ufer entlang.

Was für ein schönes einzigartiges Naturwunder. Ich fühle mich reich beschenkt, in Frieden und großer Dankbarkeit hier im Voralpenland leben zu dürfen.

Langsam beginnt Vera die Trommel zu schlagen und vertrauensvoll folge ich dem rhythmischen Klang.

So gehen meine Gedanken auf Reisen

Plötzlich und unerwartet fühle ich mich zurückversetzt in das kahle, weiß getünchte Krankenzimmer vor über 40 Jahren.

Kälte steigt in mir auf, der Puls gerät außer Takt und vor meinem inneren Auge beginnt ein Krimi.

Nach einem sehr langen Aufenthalt und sozialen Mindestkontakten steht mein Koffer gepackt vor mir und ich warte auf meine Eltern, die mich abholen.

Ich werde entlassen, hinein in eine Zukunft voller Unsicherheiten und Zweifel.

Was kommt auf mich zu? Was kann ich, darf ich?

Mein Arbeitgeber hatte mir in der Probezeit krankheitsbedingt gekündigt. Ein großer Schock für mich.

Doch wo und wie soll ich weiter leben, meinen Lebensunterhalt verdienen?

Wie ein Vogelschwarm nisten sich diese Fragen, gepaart mit Angst und Selbstzweifel, in meinem Körper ein. Begleiten mich Tag und Nacht. Wochen und Monate der Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit reihen sich aneinander.

Meine Grundbedürfnisse sind im familiären Umfeld zwar gedeckt, doch mir fehlt jeder Lebensmut, jede Perspektive.

Jeder Tag ist eine leere Schale, die Dir Gott in die Hand gibt, sie zu füllen

Wie aus heiterem Himmel fällt mir eines Tages dieser Satz ein. Als Leitfaden war er mir beim Schulabschluss zugesprochen worden, doch so präsent war er mir noch nie.

Mein Unterbewusstsein beginnt zu arbeiten.

Womit könnte ich meine Lebensschale füllen?

Meine Seele öffnet sich der göttlichen Präsenz  und ich gehe auf Spurensuche.

Was kann ich gut, was ist mir wertvoll, was wichtig in meinem Leben?

Ich schreibe all meine Gedanken auf. Ziehe meine beste Freundin ins Vertrauen und gewinne durch das Buch „Sorge Dich nicht lebe“ von Dale Carnegie neue Erkenntnisse und Zuversicht. Ein Licht am Ende des Tunnels zeigt sich.

Das Leben schlägt ein neues Kapitel auf

Langsam aber zielstrebig entdecke ich tief im Inneren verborgene Schätze und hole sie ans Tageslicht.

Gefühle, Du bist wirklich etwas wert, traue Dich Deine Gaben zu leben, führen mich ins Leben zurück und ich komme langsam zu Kräften.

Nach einer Beratung entschließe ich mich zur Umschulung als kaufmännische Angestellte. Hier entfaltet sich meine Kreativität; das Organisationstalent  wird erkannt und gefördert. Im Umgang mit den Kunden lebe ich meine Empathie.

Meine Seele führt mich

Aus den ersten Gehversuchen  werden Jahre des Reifens und Vertrauens. Vertrauen in das Leben, das mir den Weg unter die Füße legt und den ich Schritt für Schritt mutig gehe. Dabei lerne ich meine Körpersignale wahrzunehmen, die mich vor Überforderung bewahren.

Ich begegne der inneren Weisheit, meiner Intuition, dem Wegweiser meiner Seele. Ihr folge ich bedingungslos.

Dabei ist die Natur meine große Lehrerin

In ihrer Präsenz  zeigt sie mir die Schönheit des Lebens in all ihren Erscheinungsformen, lehrt mich Achtsamkeit, Hingabe und Geduld.

Gedankenversunken nehme ich plötzlich die dumpfen Trommelschläge wieder wahr, die sich jetzt schneller und fordernder anfühlen. Öffne behutsam die Augen und bin mir der Gegenwart wieder voll bewusst.

Es dämmert bereits, ist merklich kühler geworden und die Trommel  verstummt.

Was für eine Erfahrung!

Alles ist gut so, wie es jetzt ist

Ich werfe einen Blick in den abendrot gefärbten Himmel und die mich umgebenden  Berge meiner Allgäuer Heimat.

Aufs Neue fühle ich mich reich beschenkt.

Irgendjemand hat ein Lagerfeuer gemacht. In schweigsamer Runde fühle ich das Erlebte noch ein wenig nach, bin glücklich und zufrieden. Die Blicke von Vera sprechen die gleiche Sprache.

Ich liebe das Leben und bin stolz auf meine gelebten Jahre mit all ihren Höhen und Tiefen. Dankbarkeit erfüllt mich für all die Menschen, die bisher an meiner Seite waren und sind.

Wie hast Du eine schier unüberwindbare Lebensaufgabe gemeistert?

Erzähle mir gerne Deine Geschichte über das Kontaktformular. Nichts ist so reich, wie das LEBEN.

Über einen Kommentar freue ich mich ganz besonders.

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10 Kommentare

  1. Inge Schumacher

    Liebe Margaretha,
    ich habe eine Gänsehaut bekommen beim Lesen! Das passiert mir nicht so oft. Du hast mich mitgenommen in Deine wunderbare Erfahrung. Herzlichen Dank dafür!
    Viele Grüße Inge

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Inge,
      vielen Dank, dass Du uns an Deinen Empfindungen teilhaben lässt. Mit meinen Beiträgen möchte ich Mut und Zuversicht verbreiten. Dass ich die von mir beschriebene Zeit überlebt habe verdanke ich unter anderem auch der Naturheilkunde. Diese ist mir ein hilfreicher und wertvoller Lebensbegleiter.

  2. Kathy Schwack - Ahoi und Moin Moin

    Liebe Margaretha,
    während des Lesens fühle ich mich wie in einer Rückblende und ich antworte dir gerne mit einer kleinen Anekdote:
    Es ist Dezember 2015 und ich bin mit dem Schiff unterwegs in der karibischen See.
    Während der Reise lerne ich bei Barbara Hofmann die Sportart Fit4Drums kennen.
    Am Nachmittag des ersten Seetags auf dem Weg von La Romana/Dominikanische Republik nach Ochio Rios/Insel Jamaika findet ein Workshop zu Fit4Drums auf dem Sport Außendeck auf Deck 12 statt.

    Zu verschiedenen Rhythmen mit Musik trommele ich in einer Gruppe nach Anleitung eine ganze Reihe ausgefallener Choreografien. Bei karibisch warmen Temperaturen ist Fit4Drum schweißtreibend, dennoch fühle ich mich in meinem leichten Sportoutfit sehr wohl und nehme die gute Stimmung in mich auf.

    Mir hat der Workshop sehr gut gefallen. Ich habe mich „freigetrommelt“, fühle mich erfrischt, aktiv und motiviert.
    An Bord schaue Ich täglich in das Tagesprogramm und erkundige mich wann die nächste Fit4Drum Session stattfindet. Bei den nächsten Kreuzfahrten frage ich bereits beim Check-in nach ob Fit4Drums Sessions stattfindet und bis jetzt wurde ich nicht enttäuscht.

    Vielen Dank für deinen ausgezeichneten Artikel
    Herzliche Grüße
    Kathy

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Kathy,
      was für ein schönes Erlebnis, vielen Dank fürs Erzählen. Du regst mich gerade an, mich selbst mit dem Trommeln zu beschäftigen. Sich selbst frei zu trommeln ist eine gute Idee. Vielleicht gibt es Fit4Drums auch auf dem Festland. Doch mit Dir würde ich sogar in See stechen und die Dominikanische Republik wäre schon ein Gedanke wert.

  3. Karin

    Liebe Margaretha, ich hab lange überlegt, wie ich denn das eigentlich mache, resp. gemacht habe. Und ich bin zum Schluss gekommen, dass ich sehr lang nach dem Motto „weitermachen“ gelebt habe. Oder wie wir in der Schweiz sagen: „Gring ache u secklä“. Wie das mal eine grosse Läuferin ausgedrückt hat.
    Mittlerweile schaue ich besser zu meiner Seele. Nicht zu letzt hat mich das Corona gelernt. Aber ich lebe nach wie vor danach: Wenn es nicht stimmt, muss ich etwas ändern und nicht mich im Leiden sulen. Das funktioniert meistens recht gut. Und wenn es mir gut geht, kommen auch die guten Dinge, die tollen Menschen und es ist alles leichter.
    Auch wenn es Momente in meinem Leben gab, die schwierig waren, auch wenn ich immer mal wieder im Loch sass. Aber das Wissen, dass draussen die Sonne scheint und das Leben noch so viel zu bieten hat, das hat mir bisher immer geholfen. Und wenn es gar nicht ging, dann weiss ich heute auch, wo ich die richtigen Menschen finde, die mir professionell helfen können.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Wie wunderbar, liebe Karin. Es ist so schön zu lesen, wie Du mit Lebens-Herausforderungen umgehst, in Deiner Heimatsprache verwurzelt bist und weißt, wo Du gegebenenfalls Hilfe bekommst. Ich denke, die Coronazeit hat uns Alle mehr Selbstfürsorge gelehrt und darauf zu achten, was für uns stimmt und was nicht.

  4. Annette Mertens

    Liebe Margaretha,
    Du hast mich heute abend mit diesem Artikel in einer Phase erwischt, in der ich eigentlich etwas ganz anderes tun wollte. Aber Deine Beschreibung ließ mich nicht los – und das ist auch gut so! Ich konnte mir die Trommelstunde so gut vorstellen und bekomme richtig Lust, mich auch auf solche neuen Erfahrungen einzulassen! Solche Lebensgeschichten, wie Du sie hier beschreibst, fastzinieren mich sehr und ich hoffe, ich bekomme auch einmal dieses Vertrauen, dass alles seinen richtigen Weg gehen wird. Alles Liebe und danke für Deinen schönen Text!

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Annette,
      es freut mich außerordentlich, dass ich Dich mit meinem Artikel berühren konnte. Herzlichen Dank für Deine Gedanken. Wenn Dein Herz ja sagt neue Erfahrungen zu machen ist das Vertrauen sein Begleiter. Alles kommt zur richtigen Zeit.

  5. Monika Obrist

    Liebe Margaretha

    Mal wieder ein grossartiger Artikel. So schön, wie Du im Vertrauen bist und authentisch Deinen Weg gehst, in Verbindung mit Deiner Seele. Wie Du die Signale Deines Körpers beachtest und Dich leiten lässt. Ein wundervolles Beispiel wie es ist, uns vom Leben führen zu lassen.

    Zu Deiner Frage „Wie hast Du eine schier unüberwindbare Lebensaufgabe gemeistert?“

    Es war vor nunmehr fast 16 Jahren. Mein jetziger Mann hatte damals seine Heimat, die Schweiz, verlassen, um mit mir zusammen im Ruhrgebiet zu leben. Mittlerweile waren es 4 Jahre mit vielen Auf und Ab’s – er konnte nicht Fuss fassen in der Arbeitswelt. Immer wieder bekam er die Kündigung aufgrund von „Umstrukturierungen“ – schon normal in seinem Job in dieser Zeit, wo viele Unternehmen die Produktion ins Ausland verlagerten. Kurz vor Hartz vier hatte er die Nase gestrichen voll, sodass er das Angebot seines früheren Chefs in der Schweiz annahm und beschloss zurückzukehren.

    Mein Inneres war im absoluten Chaos. Ich stand vor der Herausforderung: Entweder Trennung oder mit in die Schweiz gehen. Es fiel mir nicht leicht. Ich hatte meinen Traumjob seit nunmehr 9 Jahren und ich hatte Mühe mich davon zu trennen. Vor diesem Job hatte ich mich sehr schwer damit getan irgendwo wirklich anzukommen. Ich fühlte mich nie gesehen, tat Dinge, die sich für mich nicht gut anfühlten. Konnte in straffen Hierarchien einfach nicht arbeiten. Damals wusste ich noch nichts vom Human Design und dass es einfach nicht zu mir gehört zu tun was andere mir sagen. Ich muss selbstständig arbeiten um mein Potential voll auf die Strasse zu bringen, als Manifestorin will ich ja etwas bewirken.

    Nach einem intensiven Gespräch mit einer buddhistischen Lehrerin traf ich die Entscheidung in die Schweiz zu gehen. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Während mein Verstand immer noch versuchte mir das auszureden, indem er mir immerzu vorblubberte welches Risiko ich damit eingehen würde, und was alles nicht funktionieren könnte, fügte sich alles wie von Zauberhand. Egal was ich tat, irgendwie kam alles auf mich zu. Gerade noch ein Gedanke, so manifestierte sich dieser schon im nächsten Moment – das Leben präsentierte mir alles auf dem Silbertablett.

    Einen Tag nach meiner Hochzeit, für die ich 4 Tage mit meiner Freundin zusammen in die Schweiz gereist war, hatte ich ein Vorstellungsgespräch und bekam den Job auf der Stelle.

    Meine Erfahrung: „Vertraue dem Leben und Deiner inneren Stimme, sie zeigen Dir den Weg. Treffe eine klare Entscheidung, sie öffnet Dir die Türen, die Du vorher noch gar nicht gesehen hast.“

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Monika,
      vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Lebensabschnittsgeschichte. Herausforderungen des Lebens anzunehmen ist nicht immer einfach, doch die Liebe und das Vertrauen in unsere innere Führung sind ein sicherer Wegweiser. Wie schön, dass Du durch das Human Design Deine Einzigartigkeit neu entdecken konntest und auch anderen Menschen damit gut zur Seite stehen kannst.

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