Meine Freundin, die Fichte

…. lehrte mich,
…. führte mich,
…. bestärkte mich!

Wie bitte, ein Baum ist ein Baum, wirst Du jetzt sagen!

Ich sage Dir, er ist mehr!

Ab meinem fünften Geburtstag und weitere sechs Jahre verbrachte ich die Sommerzeit in einem Kinderheim direkt am Waldrand.

Jedes Jahr mit fremden Kindern, eine echte Herausforderung.

Eine einzige Konstante gab es jedoch und auf diese freute ich mich, wenn die Temperaturen stiegen und die Sommerferien näher kamen.

Es war meine Freundin, die Fichte!

In ihr kletterte ich (was natürlich streng verboten war, mich jedoch nicht hinderte), hatte meinen Lieblingsaussichtsast und vor allem Ruhe vor der lärmenden Kinderschar.

Bäume sind unsere Lehrmeister

Meine Fichte lehrte mich Innehalten, was ich selbst als kleines Mädchen spürte, und Stillwerden. Sie schenkte mir den Duft ihrer Nadeln und ihres Harzes. In ihr konnte ich vollkommen Ich sein – so wie ich eben war.

Sie war mein großes Vorbild!

Auf sie konnte ich mich immer verlassen. Sie stand aufrecht und würdevoll all die Jahre am selben Platz.

Sie führte mich geduldig und zeigte mir meine Grenzen auf, wenn ich höher klettern wollte, meine Beine jedoch nicht lang genug waren, um die nächsten Äste zu erreichen.

Mit den Jahren kam ich jedoch ihrer Krone immer näher und hatte eine gigantische Aussicht. Angefangen von den Voralpen, immer der Iller entlang nach Norden.

Meine Fichte bestärkte mich auch darin, nicht sofort hinunterzuklettern, wenn hoch oben der Wind spürbar kräftiger wurde. Sie bot mir genügend Haltemöglichkeiten und ihre Borke gab meinen Füßen festen Halt.

Das Klettern war barfuß sowieso am schönsten.

So lernte ich schon von ihr als Kind verlässlich und echt zu sein sowie durchzuhalten, wenn das Leben Herausforderungen für mich bereit hielt.

Werte für ein Leben

Diese Charaktereigenschaften prägen und leiten mich auch heute, nicht nur beim Schreiben.

Ich schreibe für Dich, damit Du barfuß, in Sandalen, Pumps, Turnschuhen oder mit Gehhilfe gut durch Dein Leben kommst.

Sollte Dir einmal der Wind zu stark um die Nase wehen, dann ruhe Dich hier gerne ein wenig aus und tanke auf.

Du kannst Dich darauf verlassen, dass ich aus meiner Lebensschatzkiste noch so manches Erfahrungswissen zaubere!

Treffen sich unsere Werte?

Sei gerne Gast hier auf meinem Blog, abonniere ihn und schreibe mir einen Kommentar. Ich bin neugierig auf Deine gelebten Werte.

 

Dies ist mein Beitrag zu Anna Koschinskis Blogparade zu Haltung, Werte und Wirkung im Business oder auf dem Blog. Anna ist Webtexterin, Bloggerin und Schreibcoach.

10 Kommentare

  1. Maria Neff

    Liebe Margret,
    du bist eine echte Literatin und strahlst dabei auch immer Freude und Stärke aus, die du auch so stark weitergibst.
    Auch ich hatte in der Kindheit einen Baum, eine Trauerweide im Garten, ganz hinten in der Ecke, die ihre Äste bis auf den Boden wachsen ließ. Der Platz darunter war geheimnisvoll u geschützt und oft hab ich mich dahin zurückgezogen. Am schönsten war er im Frühling, wenn man sich schon draußen aufhalten konnte und die Veilchen um den Stamm herum sich neugierig gegen die Sonne reckten. Ich liebte diesen Platz. Später in der Schule, als wird das Frühlingsgedicht von Rilke lernen mussten: Frühling lässt sein blaues Band flattern durch die Lüfte…. war mir immer mein Platz unter dem Baum present. Ich war sehr traurig, als ich nach Jahren den Baum nicht mehr vorfand. Er war abgesägt: mein Freund der Baum…… Noch heute liebe ich Trauerweiden, die mich aber nicht traurig machen, sondern immer an meinen geheimen Platz erinnern, an ich träumen konnte.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Marianne, wie schön, dass Du auch einen Lieblingsbaum hattest und Dich Trauerweiden an ihn erinnern.

  2. Anna Hupe

    Oh Margaretha, was ein schöner Text. Ich saß barfuß mit dir auf dieser Fichte, hatte den würzigen Geruch in der Nase und konnte die Alpen sehen. Was für ein schöner Ausblick im leichten hin und her in des Fichtens Krone. Ganz wunderbar wohltuend dein Text. Vielen Dank ♥️🌲 und grüß dich bitte deine Fichte von mir, wenn du sie noch Mal besuchst.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Anna,
      vielen Dank für Deinen so wertschätzenden Kommentar. Es freut mich sehr, dass ich Dich in meine Fichte mitnehmen und Dir so ein schönes Gefühl vermitteln konnte. Deinen Gruß werde ich ausrichten.

  3. Tonia Willumat

    Liebe Margaretha,
    schon beim Lesen der Überschrift wusste ich um welchen Baum es geht…

    Die Fichte als Metapher zu deinen Werten zu benutzen, ist großartig… großartig beschrieben.

    Ich habe eine Freundin von mir mal gefragt, wie sie es schafft so stark zu sein und sie sagte etwas in der Art, dass sie sich einfach geerdet fühlt… wie ein Baum tief verankert durch seine Wurzeln… daran müsste ich denken, als ich deinen Artikel las…

    Wie immer einzigartig und wunderschön geschrieben.

    Danke dafür,
    Tonia

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Tonia, vielen Dank für Deinen Kommentar. Bäume sind meine Freunde seid ich denken kann und wenn man bedenkt, dass sie alle über ihre Wurzeln untereinander kommunizieren und einander beistehen sind sie großartige Vorbilder für uns.

  4. Monika

    Liebe Margaretha, vielen Dank für den wundervollen Blogartikel, den du gezaubert hast. Bäume waren auch für mich schon immer etwas ganz Besonderes. Sie stehen für Kraft und Ruhe. Mir fiel gerade wieder ein, wie mich als Kind Alexandras Lied „Mein Freund, der Baum“, das du bestimmt kennst, traurig gestimmt hat. In Bäume bin ich selten geklettert. Ich habe mich darunter gelegt, in die prachtvolle Krone geschaut und geträumt. Und habe – bis heute – nie eine Schaukel ausgelassen, die an einem Ast eines großen Baums hing, um damit in den Himmel hineinzuschaukeln.

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Danke Dir, liebe Monika für Deine „Baumbegegnungen“. Ja, das Lied von Alexandra kenne ich gut und auch ich war nach dem Hören sehr traurig. Bäume geben mir immer eine ganz besondere Kraft und eine Schaukel an einem starken Ast, was gibt es Schöneres. Auch ich kann an dieser nicht vorbei gehen.

  5. Anna Koschinski

    Liebe Margaretha,

    danke für diesen großartigen Artikel! Ich finde das ist ja fast das Beste an Blogparaden, dass die Beiträge alle so unterschiedlich sind und gleichzeitig auch so viele Parallelen haben.

    Ja, Bäume oder andere Konstanten, Kraftplätze, Rückzugsorte – auch ich habe so etwas und das ist auch so wichtig in diesen wuseligen Zeiten. Allein, wenn ich aus dem Fenster schaue und „meine“ Bäume hier am Rand des Parks sehe, werde ich ruhiger. Vielleicht sollten wir wieder mehr auf Bäume klettern.

    Danke, dass du bei meiner Blogparade dabei bist, ich habe deinen schönen Text sehr gern gelesen.

    Liebe Grüße
    Anna

    Antworten
    • Margaretha Schedler

      Liebe Anna,
      Dein Feedback als angesehene und erfolgreiche Bloggerin freut mich ganz besonders. Bei Deiner Blogparade dabei sein zu dürfen ist allein schon eine große Ehre für mich. Ich freue mich sehr, dass Dir mein Artikel gefallen hat und Du die Natur, hier die Bäume, als große Lehrmeisterin wahrnimmst.

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